Geht, ruft es von den Bergen

Als kleinen Weihnachtsgruß gibt es hier eine Übertragung des Spirituals „Go, tell it on the mountains“, die ich für unser Krippenspiel geschrieben habe.

Geht, ruft es von den Bergen,
ruft’s von den Hügeln. Blast das Horn.
Geht, ruft’s in alle Häuser,
denn Jesus ist geborn.

1. Die Hirten bei den Schafen
erschrak ein erschreckte helles Licht,
die Engel ihnen sangen:
„Ach, fürchtet euch doch nicht!“

2. „Sucht nach der Futterkrippe,
dort liegt das Königskind.
Es ist für euch geboren.
Das Gottesreich beginnt.“

3. „So freut euch nun, ihr Hirten,
in dieser heil‘gen Nacht.
Das Kind bringt Heil und Frieden,
trotz seiner armen Tracht.“

4. Auch ich bin auf der Suche
nach diesem Christuskind.
Ich bitte Gott um Hilfe,
dass ich es wirklich find.

5. Nun steh ich an der Krippe
in eisig kalter Nacht.
Doch mir ist warm ums Herz, denn
es hat mich angelacht.

Fröhliche Weihnachten.

 

P.S.: Ich veröffentliche den Text hier unter einer cc-Lizenz (CC BY-NC-ND 3.0 DE).

Textumbau

Die Methode des Textumbaus ist auf die formalen Eigenschaften eines Textes gerichtet. In der Regel es darum, einen lyrischen Text in Prosa oder Drama umzusetzen oder umgekehrt. Vor allem die Methode, einen Prosatext schrittweise immer weiter zu ‚verdichten’, bis daraus ein ‚Gedicht’ entsteht, dürfte gerade auch für Ungeübte zu bewältigen sein. Ziel ist, einen Text auf einen Kerngedanken zu reduzieren – unabhängig davon, ob dieser der vermeintliche Kerngedanke des Textes insgesamt ist (vgl. Précis und Text löschen)

Haiku/ Senryû (Rhythmus 575)

Haiku und Senryû sind ursprünglich Formen der japanischen Lyrik. Sie haben ein recht einfaches Schema: Es handelt sich um dreizeilige Gedichte, mit 5 Silben in der ersten, 7 Silben in der zweiten und wieder 5 Silben in der dritten Zeile. Der Unterschied zwischen Haiku und Senryû besteht nicht in der Form, sondern im Inhalt: Haikus sind Naturgedichte, während in Senryû alle Themen behandelt werden können. Allerdings hat sich mittlerweile für beide Formen die gemeinsame Bezeichnung Haiku eingebürgert (vgl. Tanka).