Brainstorming

Das Brainstorming ist eine von Alex F. Osborn entwickelte Kreativitätsmethode, die zumindest als Begriff auf vielen Feldern angewendet wird. Das Grundprinzip des Brainstorming ist: Innerhalb einer vorher festgelegten Zeit werden alle Vorschläge und Assoziationen einer Gruppe gesammelt. Kein Vorschlag wird kommentiert oder diskutiert, jeder Vorschlag zählt gleich viel, selbst wenn er ‚unlogisch’ oder nicht ernst gemeint ist.
Das Brainstorming läuft in mindestens zwei Phasen ab: Am Anfang steht die Sammlungsphase wie eben skizziert. Methodische Elemente  können (neben dem Sammeln der Ideen auf Papier, Folie oder Tafel) das Clustering, das Stumme Gespräch oder das Scrabble-Verfahren sein. Daran schließt sich eine Kritik-Phase an, bei der die besten Ideen ausgewählt und neu zusammengestellt werden (z.B. in Form einer Mindmap).

Mindmap

Eine Mindmap (eingedeutscht auch: Wissenkarte) ist eine Methode zur Strukturierung, Kategorisierung und Hierarchisierung von Informationen. Das Verfahren wurde von Tony Buzan entwickelt und immer weiter verfeinert. Das Mindmapverfahren lässt sich auch als Instrument für ein Brainstorming gebrauchen. Allerdings ist hier das Clusterverfahren oft die angemessenere Methode (vgl. die Gegenüberstellung beider Grundmethoden).

Mindmap-Beispiel

Sammlung von Einfällen und anschließende Ordnung ist in einem Arbeitsschritt kaum möglich. Um zu verhindern, dass Notizen aufwändig von einem Cluster in eine Mindmap überführt werden müssen, kann man mit Kärtchen arbeiten. Sehr komfortabel ist Mindmap-Software für den PC (v.a. der MindManager der Firma MindJet).

Mindmap mit dem Computer

In jedem Fall ist die Kombination von Cluster- und Mindmap-Verfahren ein bewährtes methodisches Instrument der Textproduktion. Obwohl es auf den ersten Blick einfach aussieht, bedarf es einiger Eingewöhnung.

Grundregeln

Für das Mindmapverfahren gibt es verschiedene Anleitungen. Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung beschreibt die Grundzüge, wie sie sich in den meisten Anwendungen finden.

1. Legen Sie ein leeres Blatt vor sich, schreiben Sie in Druckbuchstaben das Zentralwort in die Mitte des Blattes und umkreisen Sie das Wort.

Mindmap - Anfang

2. Zeichnen Sie Linien („Äste“), die vom Zentralwort ausgehen. Notieren Sie auf diesen Ästen zügig Ihre Einfälle zum Zentralwort.

3. Verwenden Sie für jeden Ast (und später für jeden Zweig) nur ein Wort!

4. Benutzen Sie nur Großbuchstaben in Druckschrift!

5. Erweitern Sie ihre Anfangs-Mindmap, indem sie den ursprünglichen Ästen weitere Zweige hinzufügen.

Mindmap mit Verzweigungen

Erweiterte Regeln

  • Verwenden Sie statt eines Zentralwortes möglichst ein Zentralbild.Schon eine Wolke ist mehr als ein einfacher Kreis. In unserem Beispiel kann daraus eine Sturmwolke werden. Weil eine Bild bekanntlich mehr sagt als 1000 Worte, kann ein Zentralbild zu Assoziationen führen, die bei der alleinigen Verwendung von Begriffen nicht möglich gewesen wären.
  • Verwenden Sie möglichst häufig Bilder und Symbole!Auch in der Mindmap sollten Sie möglichst oft zu Bildern und Symbolen greifen. Diese können neben Ästen und Zweigen stehen oder sogar ein geschriebenes Wort ganz ersetzen.
  • Variieren Sie die Größe der Schrift.
  • Unterstreichen, rahmen, gestalten Sie die einzelnen Begriffe.
  • Benutzen Sie verschiedene Farben und Stifte.
  • Bemühen Sie sich um Übersichtlichkeit!Kreisen Sie z.B. einzelne Äste und ihre Zweige ein, um Zusammenhänge zu verdeutlichen!
  • Bemühen Sie sich um hierarchische Strukturen.Suchen Sie nach Ober- und Unterbegriffen. Nummerieren Sie Zweige und Äste durch.Verstärken Sie die Hauptäste! Alles ist erlaubt, was Wichtiges von weniger Wichtigem, Übergeordnetes von Untergeordnetem, Zusammengehörendes von Zutrennendem unterscheidet und solche Unterschiede sichtbar macht.
  • Arbeiten Sie mit (vorläufigen) Anfangs-Mindmaps und ausgearbeiteten Mindmaps!Oft ergibt sich eine endgültige Struktur erst, wenn die Anfangs-Mindmap schon soweit entwickelt ist, dass sie nur noch schwer umzustellen ist. Fangen Sie dann einfach eine neue Mindmap an. Betrachten Sie die erste Mindmap immer als vorläufige Anfangs-Mindmap; das hilft, sich von dem ersten Entwurf zu lösen und eine Umgestaltung in Angriff zu nehmen.Bei der Beispiel-Mindmap würde es sich zum Beispiel nahe legen, die als 1.1, 1.2 und 1.3 nummerierten Äste zu einem Ast der Kategorie „Natur“ zusammen zu fassen. Ast 2 würde den neuen Titel „Bedeutung“ tragen. Ast 3 könnte den Titel „Übertragen“ bekommen.

Wort- und Bild-Mindmaps

Oft bleibt es – vor allem bei Anfängern – bei reinen Wort-Mindmaps, wie sie bei der Einführung der Grundregeln zu sehen sind. Reine Bild-Mindmaps dürften dagegen selbst bei routinierten Mindmappern selten sein. Für TONY BUZAN gehört es allerdings zur hohen Kunst des Mindmappings, Wort und Bild in einer Mindmap zu integrieren: So wie die Krickelei beim Telefonieren kann das Zeichnen entspannen und über den visuellen Impuls zu neuen Assoziationen führen.

Mindmap vollständig

Biblische Formen imitieren/transformieren

Gattungsformen wie Psalm, Seligpreisung, Gleichnis, Wundergeschichte oder Prophetie sind Idealtypen, die es als reine Formen meistens gar nicht gibt. Schon die biblischen Autoren waren kreativ genug, sich nicht von Formgrenzen einengen zu lassen. Orientiert an den Idealtypen dieser Formen, wie sie z.B. Einleitungen ins Alte und Neue Testament beschreiben, können solche Texte selbst geschrieben werden.
Eine interessante Variante bildet die Übersetzung von einer Gattungsform in eine andere, zum Beispiel indem aus einer Wundergeschichte ein Psalm wird (gesungen vom Wunderempfänger) oder eine Seligpreisung zu einer Wundergeschichte umgestaltet wird.

Automatisches Schreiben (écriture automatique)

Das Automatische Schreiben ist eine Technik, die besonders im Surrealismus entwickelt wurde: Die Aufgabe ist, in einer bestimmten Zeit ununterbrochen zu schreiben. Wenn der Schreibfluss hakt, wird das letzte Wort so oft wiederholt, bis es weiter geht. Das hört sich einfach an, verlangt aber eine starke Selbstdisziplin und hohe Konzentration. Zudem muss man sich gut überlegen, was man mit solcherart entstandenen Texten anfängt: Auch sie sind kein Selbstzweck. In Anlehnung an Paulus kann man sagen: Es handelt sich um Grapholallie, die anschließend in vernünftige (prophetische) Rede überführt werden sollte.

Assoziieren

Grundlegend für die Kreativität ist die Fähigkeit, bislang nicht Verbundenes zueinander in Beziehung zu setzen. Dazu gehört als Methode beispielsweise die Collagetechnik, die manchmal auch „materiale Assoziation“ genannt wird. Allerdings ist das bloße Collagieren noch kein Assoziieren – das erfolgt erst bei der Betrachtung der collagierten Materialien.
Die gängigste Form der Assoziation dürfte die semantische und thematische Assoziation sein: Mündlich oder schriftlich werden Begriffe gesammelt, zum Beispiel als Cluster, Mindmap oder Brainstorming. Das semantische und thematische Assoziieren bleibt allerdings in der Regel innerhalb eines Begriffsfeldes und bringt nur bereits vorhandenes Wissen hervor.
Am weitesten geht die freie Assoziation, wie sie zum Beispiel methodisch als stream-of-conciousness-Technik (J. Joyce) oder beim Automatischen Schreiben (Surrealismus) vorliegt. Diese Methode verlangt einige Übung, weil sich bei den meisten Menschen irgendwann der Kopf einschaltet und den Schreibfluss hemmt.

Aktualisierung

Eine biblische Erzählung wird unter den Bedingungen der Gegenwart neu erzählt. Solch eine aktualisierende Neuerzählung ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Der Text schafft einen neuen, aktuellen Blick auf einen alten Text. Das Ergebnis kann in einer narrativen Predigt verwendet werden.

Kaligrafie

Kaligrafie ist zunächst einmal nichts weiter als in Schönschrift schreiben (vgl. Abschreiben) – die engere Bedeutung des Wortes geht aber darüber hinaus: Kaligrafie ist dann das Erlernen besonderer Schriften zur handschriftlichen Gestaltung von Texten.
Solch ein schreibendes und grafisches Gestalten ist selbst eine Form von Textinterpretation.
Echtes kaligraphisches Arbeiten ist einigermaßen voraussetzungsreich. Man benötigt z.B. Tusche, nicht-saugenden Karton, einen Pinsel oder Griffel und Feder. Und einige Übungszeit, bis man ein erstes Alphabet ansprechend schreiben kann.

Abschreiben

Einen Text abzuschreiben verlangsamt die Wahrnehmung eines Textes und kann zu einer meditativen Übung werden. Dabei ist es wichtig, den Text nicht so schnell wie möglich zu übertragen, sondern sich Zeit zu nehmen, etwa indem man sich bemüht, in seiner schönsten Schrift zu schreiben (vgl. Kaligrafie).
Varianten sind das deutliche Gliedern des Textes oder das bunte Ausgestalten wichtiger Wörter und Satzteile.

Cluster

Das Cluster ist ein Brainstormingverfahren, in dem Verbindungen der notierten Assoziationen sichtbar werden. „Cluster“ ist ein schillernder Begriff: In die Terminologie des Kreativen Schreibens wurde er von Gabriele L. Rico in ihrem Buch „Writing the natural way“ (Dt.: Garantiert schreiben lernen) eingebracht. Er bezeichnet dort ein Netzwerk von Worten und Gedanken, die von einem Zentrum aus entwickelt werden.

Die Spezialität des Cluster ist, dass aus zunächst unsystematischen, assoziative Ideenketten ein Gedankennetz entsteht, das einen Schreibimpuls auslöst. Wer diesen Schreibimpuls spürt, fängt unmittelbar an zu schreiben und schreibt, solange der Impuls trägt. Hier verbindet sich das Clustering mit dem Freien Schreiben.

Cluster-Beispiel

Zuweilen wird das Cluster mit einer Mindmap verwechselt. Trotz gewisser Ähnlichkeiten dienen die Methoden aber unterschiedlichen Zwecken: Das Cluster ist ein Assoziationsverfahren, die Mindmap ein Verfahren zur Systematisierung. Die Methoden sind aber miteinander kombinierbar. So kann zum Beispiel ein Cluster als Ausgangspunkt für eine Mindmap dienen. Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung folgt Ricos Ansatz.

Cluster können von einer oder von mehreren Personen gleichzeitig entwickelt werden. In letzterem Fall nähert sich das Clustering dem Stummen Gespräch an, v.a. wenn nicht nur Wörter, sondern ganze Sätze notiert werden.

Grundregeln

1. Legen Sie ein leeres Blatt quer vor sich, schreiben Sie in Druckbuchstaben das Zentralwort (oder eine Redewendung, einen Bibelvers) in die Mitte des Blattes und zeichnen Sie einen Kreis darum.

2. Beginnen Sie nun, Ihre Einfälle zu notieren. Ziehen Sie um den ersten Einfall einen Kreis und verbinden Sie ihn mit dem Zentralwort in der Mitte. Einen weiteren Einfall verbinden sie mit dem vorigen Kreis. Was immer Ihnen einfällt, dürfen Sie notieren: Wörter, längere Ausdrücke, Zitate.

3. Bei einem neuen Einfall, der Ihnen nicht in die Kette der vorigen Assoziationen zu passen scheint, verbinden Sie den Kreis wieder mit dem Zentralwort und entwickeln Sie eine neue Kette.

4. Bewerten Sie keinen Einfall. Alles ist erlaubt. Es gibt keine richtigen oder falschen Cluster.

5. Wenn der Schreibfluss ins Stocken gerät, betrachten Sie ihr bisheriges Cluster. Ergänzen Sie neue Assoziationen an anderen Kreisen. Ziehen Sie Verbindungslinien zwischen unverbundenen Kreisen. Verstärken Sie wichtige Verbindungslinien.

Cluster-Beispiel

Muster, Versuchsnetz und Schreibimpuls

Wer zum ersten Mal ein Cluster erstellt, wird sich schon bald nach dem Sinn des Ganzen fragen. RICO erklärt diese Reaktion zum einen mit dem inneren Widerstand des gewohnten, begrifflich-linearen Denkens, zum anderen mit der anfänglichen Konzentration auf die neue Methode. In der Regel stellt sich aber schon nach kurzer Einübung das eigentlich gewünschte Phänomen ein: In dem Durcheinander der Notizen wird ein Zusammenhang zwischen einzelnen Notizen sichtbar. Eine Idee blitzt auf. RICO spricht von einem Muster, das erkennbar wird.

Im letzten Cluster könnte solch ein Muster die Entdeckung sein, dass drei Namen auftauchen (Jesus, Don Quichotte, Thor). Die erste Idee könnte sein, die drei Personen miteinander zu verbinden. Was haben sie gemeinsam? Was unterscheidet sie? Welche weiteren Notizen stehen mit diesem Muster im Zusammenhang?

Ein Muster zu erkennen dauert nur einen Augenblick und bildet den Übergang zur nächsten Phase: Die kurz aufblitzende Idee weiter zu verfolgen. RICO nennt diese Phase das Versuchsnetz (trial-web). Das Cluster wird in eine bestimmte Richtung weiter entwickelt. Dabei erweist sich die Idee entweder als irrig (Was nicht weiter schlimm ist, denn es war ja nur ein Versuch) oder tatsächlich als gangbarer Weg.

Wenn das Versuchnetz trägt, dann entwickelt sich daraus wahrscheinlich schon bald ein Schreibimpuls. Nutzen Sie diesen Impuls! Fangen Sie sofort an zu schreiben! Achten Sie nicht auf Orthographie oder andere Hemmnisse des Schreibflusses. Schreiben Sie, soweit die Energie des Impulses reicht.

Doppelcluster

Reden, Erzählen, Nachdenken sind oft durch begriffliche Gegensätze bestimmt: heiß/kalt, hoch/tief, arm/reich. Wer Gegensätze benennt und Gegenbeispiele einbringt schärft damit die eigene Aussage. Das Clusterverfahren nutzt diesen Umstand im Doppelcluster. Das Cluster beginnt mit zwei Zentralworten.

Doppelcluster - AnfangWie bei einem einfachen Cluster werden nun die Einfälle notiert, bis ein Muster erkennbar wird und der Übergang zum Versuchnetz erfolgt.

Doppelcluster - vollständig

Wörterliste

Die Wörterliste dient wie die ABCListe dazu, Wörter und Begriffe zu einem Thema zu sammeln. Dabei liefert das Thema die Ordnung der Wörtliste selbst. So könnte eine Wörterliste zum Thema „Nachfolge“ so aussehen:
N achahmung
A ufgabe
C amping
H offnung
F olgsam
O pfer
L iebe
G ehorsam
E infach
Neben der ABCListe gibt es eine Reihe weiterer Variationsmöglichkeiten. So kann statt eines Wortes auch eine Redewendung als Grundlage dienen oder es gilt die Regel, dass die Buchstaben nicht die Anfangsbuchstaben der neuen Wörter bilden dürfen.
ei N fach
folgs A m
etc.
Auch ist eine Kombination mit Scrabble ist möglich.