Tabu spielen in der Predigt

„Sieben Wochen ohne Große Worte“ ­ die Anregung des Zentrums für Predigtkultur ist zunächst einmal interessant: In der Passionszeit sollen Pfarrerinnen und Pfarrer einmal sieben Wochen auf große Worte verzichten. Eine Liste mit 49 Beispielen kann man sich mit der Post zuschicken lassen. Sie hängt mittlerweile über meinem Schreibtisch. Auf der Internetseite des Predigtzentrums kann man sich die Liste ansehen. Sie enthält viele theologische -ung-, -heit- und -keit-Wörter aber auch Begriffe wie „Gott“, „Christus“ und „Kreuz“. (Nachtrag: Es gibt jetzt eine eigenen Internetseite zur Aktion unter https://www.ohne-grosse-worte.de.)

„Tabu spielen in der Predigt“ weiterlesen

Robinsons Phasen der Predigtvorbereitung

Schreibtisch
Die Vorbereitung der Predigt am Schreibtisch

Haddon Wheeler Robinson, 1931 in New York geboren gilt als einflussreicher Homiletiker evangelikaler Prägung. Nach dem Studium war er zunächst Pastor einer Baptistengemeinde und unterrichte dann am konservativ-evangelikalen Dallas Theological Seminary. Nach der Promotion in Philosophie 1964 war er von 1979 bis 1991 Dozent und Rektor am Denver Theological Seminary, wo 1980 sein Buch „Biblical Preaching“ entstand. Seit 1991 hat er eine Homiletik-Professur an einer der größten evangelikalen Ausbildungsstätten der USA inne, dem Gordon-Conwell Theological Seminary.

Obwohl ich Robinsons theologischen Ansatz nicht teile und auch homiletische Einwände zu erheben haben, schätze ich „Biblical Preaching“ (dt.: Predige das Wort). Was mir gefällt ist Robinsons pragmatischer Ansatz: Kern der Predigtarbeit ist danach, sich darüber klar zu werden, was man sagen will, indem man seine Gedanken klar auf eine Kernaussage hin orientiert.

Für die Predigtvorbereitung schlägt Robinson zehn Phasen vor. Ein Schwerpunkt liegt darauf, sich zuerst über Predigtthema und Predigtzweck klar zu werden, bevor eine Gliederung der Predigt entworfen wird. Anschließend wird die Gliederung mit illustrierendem, reflektierendem und erläuterndem Material gefüllt.

Natürlich ergeben sich aus heutiger Sicht gleich zwei grundlegende Einwände. Der erste Einwand ist, dass so eine Schrittfolge zu starr ist. Angemessener erscheint mir heute ein Phasenmodell mit gröberen Schritten, das ein Hin-und-her-Springen zwischen verschiedenen Arbeitsschritten ermöglicht. Der zweite Einwand ist, dass die Illustrationen bloß als Füllmaterial für das Gedankenskelett verstanden werden. Heute gilt es dagegen, mit dem Material zu denken, so dass Gedanken, Geschichten und Illustrationen sich zu einem Gewebe verdichtet. Oder kurz: Die Geschichten sind die Predigt, nicht ihr Füllmaterial.

Stärken treten in diesem Phasenmodell an zwei Punkten hervor: Alle Predigtarbeit dreht sich darum, sich über Predigtthema und Predigtzweck klar zu werden. Und: Die Einleitung und den Schluss der Predigt überlegt man am besten am Ende.

Phase 1 – Auswahl des Predigttextes (43): In Robinsons freikirchlichem Kontext taucht zwar keine Perikopenordnung auf, doch auch eine Perikopenordnung bewahrt nicht vor der Entscheidung, sich rechtzeitig für einen Predigttext zu entscheiden.

Phase 2 – Studium des Bibeltextes (46): Hierunter fallen selbstredend exegetische Überlegungen.

Phase 3 – Erarbeitung des Textthemas (50): Robinson unterscheidet hier zwischen Textgegenstand (wovon der Text handelt) und der Textaussage (Was wird über den Gegenstand ausgesagt) Das Textthema lässt sich formulieren durch eine Verbindung von Textgegenstand und -aussage.

Phase 4 – Analyse des Textthemas mithilfe von drei grundsätzlichen Fragen (59): Was bedeutet diese Aussage (61), ist die Aussage heute noch gültig (63) und welche Konsequenzen ergeben sich daraus (69)?

Phase 6 – Festlegung des Predigtzwecks (86): Aus Text- und Predigtthema als Zusammenfassung der biblischen Botschaft wird als Predigtzweck daraus abgeleitet, wozu diese Botschaft dienen soll.

Phase 7 – Denke darüber nach, wie das Predigtthema am besten entfaltet wird, um den Predigtzweck zu erreichen. (91) Robinson stellt hier knapp fünf Gestaltungsmöglichkeiten von Predigten vor: Erklärung eine Aussage (92), Überprüfung einer Behauptung (95), Anwendung eines Prinzips (97), Erläuterung eines Themas (99) und das Erzählen einer Geschichte (101).

Phase 8 – Nachdem du entschieden hast, wie du das Predigtthema entfaltest, um den Predigtzweck zu erreichen, entwirft eine Predigtgliederung. (106) Für den Prediger zielt die Gliederung darauf, den Zusammenhang der Predigtteile nicht aus dem Blick zu verlieren. Für die Hörer erleichtert eine klare Gliederung, den Gedanken des Predigers zu folgen.

Phase 9 ­ Fülle die Gliederung mit ergänzendem Material, welches die Punkte erklärt, prüft, illustriert oder zur Anwendung bringt. (113) Dazu nennt Robinson sechs Materialformen: Umformulierungen, Definitionen und Erklärungen, Sachinformationen (Tatsachen), Zitate, Erzählungen, Illustrationen

Phase 10 ­ Bereite die Einleitung und den Schluss der Predigt vor. (131)

Robinsons Rat zum Zettelkasten

Zettelkastenreiter

In Haddon Robinsons Buch „Predige das Wort“ (Originaltitel: Biblical Preaching) wird sehr schön der Einsatz von Zettelkästen für Prediger beschrieben. In seinem Kapitel über die lebendige Ausgestaltung eines Predigtentwurfes mit illustrierendem Material schreibt Robinson:

„Das meiste Material findet der Prediger zweifellos in seiner eigenen Sammlung. Deshalb sollte es sich ein gutes Ordnungssystem dafür anlegen. Denn was er dort für seine Predigt findet, hängt völlig davon ab, was und wie er es hinein getan hat. Es gibt viele Systeme, um die Ergebnisse des Studiums und Lebens zuordnen. Normalerweise benötigt man zweierlei Karteien. In die eine Großformatige ordnet man Predigtnotizen, Auszüge und Kopien so, wie sie sind. Sie können eingeteilt sein nach Themen oder nach den Büchern der Bibel.

„Robinsons Rat zum Zettelkasten“ weiterlesen

Weiter twittern?

“Twitter ist meine Poesie- und Informationsmaschine. Meine Stammkneipe ist allerdings Facebook.” Keine Ahnung, wie Jackie Asadolahzahdehs Twitteraccount heißt, aber ZEIT Online zitiert aus ihrem Buch einen Satz, den ich gut nachvollziehen und mir zu eigen machen kann: Facebook ist das soziale Netzwerk, über das bei mir neben Whatsapp und E-Mail die meisten Kontakte laufen. Twitter finde ich nach wie vor interessant, ist aber tatsächlich eher eine Nachrichten- und Meinungsmaschine zu aktuellen Ereignissen sowie eine Art öffentliches Notizbuch.

Insgesamt kann ich sagen: Ich lese mehr, als ich schreibe. Dabei kommt nicht mehr raus als alle zwei bis drei Tage ein Tweet. Mein seltenes Schreiben hat auch mit dem zu tun, was mich an anderen Twittern stört: Viele Autoren und Kreativ-Schreibende bewerben ihre Bücher, senden immer wieder die gleichen Meldungen oder bilden, was wir an der Uni einst „Zitierkartelle“ nannten: einen Kreise von Leuten, die sich gegenseitig erwähnen, empfehlen und zitieren. Wahrscheinlich ist das professionell, weil so die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die Tweets auch gelesen werden. Mich stört es. Ich schreibe nach wie vor, was ich selbst lesen wollte, hätte ich die Info nicht. Wenn ich nichts zu twittern habe, twittere ich nichts.

Im vergangenen Jahr habe ich bei Twitter die thematische Beschäftigung mit Notieren, Schreiben, Reden und Predigen von privaten Dingen getrennt. So hat sich @homilia_blog als Hauptaccount entwickelt. Daneben haben ich den Account @KarstenDittmann angelegt, den ich aber kaum nutze. Die Trennung ist nicht immer ganz durchgehalten. Manche Notiz, die thematisch nur am Rande zum Homilia-Blog passt, habe ich doch über @homilia_blog getwittert. Mich selbst nerven allerdings indifferente Tweets – zumindest dann, wenn ich aus thematischen Gründen folge: Mich interessiert in der Regel nicht die Person, die twittert, sondern die Nachricht und das Thema.

Ich bin kein leidenschaftlicher, sondern ein pragmatischer Twitter-, Facebook-, Whatsapp- oder E-Mail-Nutzer. Was keine Funktion hat, nutze ich nicht. Hat Twitter eine Funktion? – Ich weiß es nicht. Darum will mir ein drittes Twitterjahr gönnen. In den vergangenen Wochen habe ich meine persönlichen Homepages etwas neu strukturiert. Die älteste Seite holmespeare.de wird zu einer Visitenkarte im Netz, die Kontaktmöglichkeiten aufzeigt und auf die anderen Seiten verweist. Die Predigt-Seite homilia.de und Dissertations-Seite traditio.de bleiben, wie sie waren. An die Stelle von holmespeare.de tritt notiznehmen.de, wo ich in Zukunft veröffentliche, was mich persönlich (nicht privat) interessiert: als Pastor, als Philosoph, als Leser etc. Vielleicht nutze ich in Zukunft @KarstenDittmann als Twitter-Anhang zu notiznehmen.de, so wie @homilia_blog am homilia.de hängt. Auf jeden Fall werde ich mich mit @homilia_blog noch stärker auf Notieren, Schreiben, Reden und Predigen konzentrieren.

Geht, ruft es von den Bergen

Als kleinen Weihnachtsgruß gibt es hier eine Übertragung des Spirituals „Go, tell it on the mountains“, die ich für unser Krippenspiel geschrieben habe.

Geht, ruft es von den Bergen
über die Hügel bis ans Meer.
Geht, ruft es in die Häuser:
„Geboren ist der Herr!“

1. Die Hirten bei den Schafen
erschreckte helles Licht,
doch Engel sagten ihnen:
„So fürchtet euch doch nicht!“

2. „Sucht nach der Futterkrippe,
dort liegt das Königskind.
Es ist für euch geboren.
Das Gottesreich beginnt.“

3. „Drum freut euch nun, ihr Hirten,
in dieser stillen Nacht.
Das Kind bringt Heil und Frieden,
trotz seiner armen Tracht.“

4. Drei weise Männer kamen
aus Osten, ganz von fern.
Sie suchten einen König
und folgten einem Stern.

5. Sie fanden eine Scheune,
darin ein Kind im Stroh.
Sie schenkten Weihrauch, Myrrhe
und Gold und waren froh.

6. Auch ich bin auf der Suche.
Auch mir fehlt oft der Mut.
Ich bitte Gott um Hilfe,
er meint es mit mir gut.

7. Nun steh ich an der Krippe.
Das Christkind strahlt und lacht.
Mein Herz, das hüpft vor Freude.
Wie schön ist diese Nacht.

Fröhliche Weihnachten.

P.S.: Ich veröffentliche den Text hier unter einer cc-Lizenz (CC BY-NC-ND 3.0 DE). – Nach der ersten Veröffentlichung 2013 habe ich den Text für 2018 nochmal korrigiert und verbessert. Am 13.12.2018 kamen noch die beiden Strophen zu den Weisen dazu.

Schleiermachers „Versuch über die Schamhaftigkeit“

In einem Abschnitt in den „Vertrauten Briefen über die Lucinde“ hat Friedrich Schleiermacher einen „Versuch über die Schamhaftigkeit“ unternommen. „Lucinde“ war ein umstrittenes Romanprojekt Friedrich Schlegels. Schleiermacher, der ein Freund Schlegels war, hat das Projekt aufgegriffen. Umstritten war der Roman nicht zuletzt wegen der seinerzeit fortschrittlichen Ansichten zur Sexualität. Da ich mich gerade auf ein Pastoralkolleg zum Thema „Scham“ vorbereite, habe ich begonnen, den in Fraktur vorliegenden Text in eine leichter lesbare Form zu bringen. Dabei habe ich – den Puristen sei es gestanden – in schamloserweise die Schreibweisen der heutigen Rechtschreibung angepasst. „Schleiermachers „Versuch über die Schamhaftigkeit““ weiterlesen

Ich wünsch mir einen Zettelkasten

Zettelkasten
Mein kleiner Zettelkasten

Zu Weihnachten wünsche ich mir dieses Jahr einen neuen digitalen Zettelkasten. Könnte ich programmieren, hätte ich das schon längst in Angriff genommen. Da ich leider nicht programmieren kann, setzte ich meine Hoffnung darauf, dass der Weihnachtsmann meinen Blog liest.

Der digitale Zettelkasten meiner Wahl ist zunächst einmal und seit einigen Jahren der „Zettelkasten“ von Daniel Lüdecke. „Zettelkasten“ orientiert sich an Niklas Luhmanns analogem Zettelkasten und setzt das Prinzip eigentlich ganz gut um. Seit einer Umstellung von einigen Jahren hat das Programm für mich aber zwei wichtige Funktionen verloren: die Möglichkeit, Zettel an selbst gewählten Stellen einzusortieren und die Möglichkeit, mehrere, ausgewählte Zettelkästen zeitweilig zu kombinieren, ohne sie gleich zusammenführen zu müssen. Seit es diese Funktionen nicht mehr gibt, bin ich immer mal wieder auf der Suche nach einer Alternative.

Ich komme vom analogen Zettelkasten und arbeite auch weiter damit, aber digitale Kästen haben einfach große Vorteile: die einfachere Schlag- und Stichwortverwaltung sowie die Suche im Gesamttext. Was diese Anforderungen betrifft, sind eigentlich sämtliche auf dem Markt erhältlichen digitalen Zettelkästen gleich gut. Die Unterschiede ergeben sich aus speziellen Anwendungszwecken, auf die sich die jeweilige Software konzentriert: Literaturverwaltung wie bei Synapsen, Notizverwaltung wie bei Resophnotes, Outlining wie bei ScribblePapers oder persönliche Wikis wie bei ConnectedText.

Für mich ist ein Zettelkasten das beste Werkzeug, um Notizen zu verwalten. Allan Henry hat auf lifehacker.com 2011 seine besten Notiz-Apps vorgestellt: Evernote, Springpad, OneNote, Simplenote sowie – Überraschung – Stift und Papier. Bei einer Leserumfrage haben 37% für Evernote und 33% für Stift und Papier als beste Apps votiert, gefolgt von OneNote mit nur noch 18%. Ich würde Papier und Bleistift noch den Vorrang vor Evernote geben, doch egal, welche Notiz-App man benutzt: Sie sind nicht geeignet hunderte oder tausende von Notizen auch zu verwalten. Dazu braucht es einen guten Zettelkasten.

Leider gibt es keinen digitalen Zettelkasten, der meinen Wünschen voll und ganz entspricht: Flexibel wie ein analoger Kasten, bearbeitbar wie ein digitaler. Zurzeit arbeite ich parallel mit drei Systemen, von denen jedes für sich seine Vorteile hat. Der „Zettelkasten“ kommt dem idealen Zettelkasten noch am nächsten. Er ist mein mittleres System. Bevor nämlich eine Notiz im „Zettelkasten“ landet, kommt sie erst in ResophNotes: Das Programm ist schnell und kann über SimpleNote sogar mit meinem Mobiltelefon kommunizieren. Umfangreichere Überlegungen zu Begriffen, Personen und Konzepten werden dagegen in ConnectedText eingepflegt, meinem persönlichen Wiki. Die ideale Notizverwaltung müsste die drei Systeme vereinen. Folgende fünf Wünsche an einen neuen digitalen Zettelkasten hätte ich:

1. Zur Suche in den Zetteln sollten sich verschiedene Zettelkästen per Mausklick kombinieren lassen. Das war beim „Zettelkasten“ vor einigen Versionen mal möglich, fiel dann aber einer Überarbeitung zum Opfer. Ideal wäre, wenn alle in bestimmten Ordner abgelegten und thematisch getrennten Zettelkästen sich per Klick auf ein Auswahlfeld aktivieren oder deaktivieren ließen.

2. Zettel sollten sich neben der alphabetischen und chronologischen Sortierung vor allem auch manuell sortieren lassen wie bei CintaNotes – nur komfortabler. Bei CintaNotes muss eine Notiz im manuellen Modus per Alt-Up oder Alt-Down verschoben werden. Bei hunderten von Notizen ist das unmöglich. Besser wäre, zum einen direkt vor oder nach einem Zettel eine Notiz einfügen zu können oder per Befehl zu sagen: diesen Zettel bitte vor oder nach jenem Zettel.

3. Zettel sollten als einzelne txt-Files in einem Ordner abgelegt werden können, formatiert mit MarkDown – wie bei ResophNotes. Für jeden neuen Zettelkasten sollte es einen eigenen Ordner geben, zwischen denen man einfach wechseln kann. Es sollte möglich sein, verschiedenen Zettelkästen gleichzeitig zu öffnen. Dieser Punkt ist mir wichtig, weil ich auch in 20 Jahren noch auf meine Notizen zugreifen können will.

4. Es sollte einen Schreibtisch geben, auf dem ausgewählte Zettel zu Weiterverarbeitung abgelegt werden können – wie beim „Zettelkasten“.

5. Die Notizen sollten sich sowohl einzeln ansehen lassen, wenn sie ausgewählt sind, als auch in einer kombinierten Ansicht, so dass man durch alle ausgewählten Notizen scrollen kann – wie bei CintaNotes oder noch besser die Scrivenings-Ansicht bei Scrivener.

Über mich selbst schreiben

Notizbuch
(c) Günther Gumhold / pixelio.de

„Ich könnte ein Buch schreiben“, sagen Menschen häufig, wenn sie aus ihrem Leben erzählen. Doch obwohl viele Menschen gern von ihren Erlebnissen erzählen, gehen die wenigsten den nächsten Schritt, tatsächlich ihr Leben niederzuschreiben. Ratgeberliteratur zum Thema Autobiographie gibt es reichlich. Es scheint also Bedarf zu geben. Nun hat sich Hanns-Josef Ortheil als Autor und Herausgeber der DUDEN-Reihe Kreatives Schreiben des Themas angenommen: „Schreiben über mich selbst“ versteht Ortheil aber „nicht nur [als] eine beliebige, literarische Praxis unter vielen anderen, sondern [als] Teil einer umfassenderen ‚Lebenskunst‘ “, bei der es darum geht, „die eigene Existenz zu beobachten, zu reflektieren und zu durchdringen“ (S. 147). „Über mich selbst schreiben“ weiterlesen

Visual Understanding Environment

VUE - Screenshot
Screenshot von VUE (Visual Understanding Environment)

VUE (Visual Understanding Environment) ähnelt auf den ersten Blick der bereits vorgestellten Software Scapple: Es lassen sich Cluster beziehungsweise Concept Maps erstellen, mit denen sich Notizen und Gedanken visualisieren und strukturieren lassen. VUE zielt aber anders als Scapple nicht auf die Textproduktion, sondern auf das visuelle Aufarbeiten von Lehr- und Lerninhalten. Deshalb sind wesentlich mehr grafische Einstellungen möglich, um Informationen zu strukturieren und in Beziehung zu setzen. Eingefügte Texte und Bilder lassen sich unmittelbar für die Präsentation per Beamer nutzen. Diese Komplexität des an der Tufts University entwickelten Programms hat aber seinen Preis: Eine einfache und intuitive Bedienung wie bei Scapple sowie das simple Einfügen von Texten und Bildern per Drag ’n Drop  ist so nicht möglich. Das Programm ist sicherlich ganz interessant, aber eine echte Alternative zu Scapple stellt es nicht dar.

Eine Möglichkeit zum Download des kostenlosen Programmes gibt es unter http://vue.tufts.edu/index.cfm.

Brockhaus bleibt kreativ an der Oberfläche

Coverbild aus dem Brockhaus-Pressebereich
© brockhaus.de

Nachdem der DUDEN-Verlag eine ganz interessante Reihe zum Kreativen Schreiben heraus gebracht hat, legt nun der BROCKHAUS-Verlag eine kompakte Übersicht über das Kreative Schreiben vor. Von anderen Schreibbüchern hebt sich der Band durch sein Format und seine Aufmachung deutlich ab. Das Buch streift sämtliche Themen des doch sehr weiten Feldes des Kreativen Schreibens, was allerdings zu lasten der Darstellungstiefe geht.

„Brockhaus bleibt kreativ an der Oberfläche“ weiterlesen