Auf Twitter gibt es die Hashtags #wasPfarrerinnenSoMachen und #wasPfarrerSoMachen. Kolleginnen und Kollegen erzählen da vom normalen Pfarralltag und besonderen Ereignissen. Zum normalen Pfarralltag gehört der frühe Blick auf den vorgeschlagenen nächsten Predigttext. Mit meinem heutigen Beitrag lade ich dazu ein, sich in die Predigtvorbereitung einzuklinken.
„Tag 8: Ein Herz und eine Seele“ weiterlesenTag 7: Der verborgene Segen
In der Friedenskirche gibt es eine Figur des segnenden Christus aus dem frühen 16. Jahrhundert, die seit 1978 auf einem Sockel an der Seite des Altarraums steht. Für meine heutige Antrittspredigt – eigentlich hätte heute die offizielle Einführung sein sollen – hatte ich die Idee, eine Brücke zu schlagen vom segnenden Christus über dem Eingangsportal der Beckumer Christus-Kirche zum segnenden Christus in der Friedenskirche. Vorgeschlagener Predigttext war nämlich der Aaronitische Segen. Aber als ich letzte Woche in die Kirche kam, war die Figur hinter der fahrbaren Orgel verschwunden. Aber so ist ja die Erfahrung mit dem Segen auch: Er wirkt unsichtbar und aus dem Hintergrund. Segen ist unverfügbar. Hier ist der Gedankengang meiner heutigen Predigt.
„Tag 7: Der verborgene Segen“ weiterlesenTag 6: Ein Zeichen des Friedens
Die Planungen für den Bau der heutigen Friedenskirche reicht bis in die 1930er Jahre zurück. Damals hatte der 1930 gegründete Evangelische Kirchbauverein Gremmendorf das Grundstück erworben. Das Geld reichte aber nicht für einen Kirchbau. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten hier viele evangelische Flüchtlinge und Vertriebene, so dass 1947 ein großer Pfarrbezirk geschaffen wurde, der Albersloh, Angelmodde, Gremmendorf, Loddenheide und Wolbeck umfasste. Auch ein Kirchbau wurde wieder ins Auge gefasst, angetrieben durch den damaligen Pfarrer Franz Drews: eine „Kapelle Gremmendorf-Angelmodde“.
„Tag 6: Ein Zeichen des Friedens“ weiterlesenTag 5: Voller Leben
Wenn Verantwortliche aus der Friedens-Kirchengemeinde über das Konzept für das Gemeindehaus sprechen, dann fällt schnell das Stichwort „ein Haus voller Leben“. Die Selbstbeschreibung als Stadtteilzentrum war einer der Punkte, warum mich die Ausschreibung der Pfarrstelle interessiert hat. Seit ich vor einigen Jahren auf das Stichwort „Community Organizing“ gestoßen bin, habe ich die Idee, das Gemeindearbeit heute genau das sein sollte: Gemeinschaft organisieren. Das Konzept kommt aus der Sozial- und Gemeinwesenarbeit und es geht im Kern darum, Menschen mit gleichen Interessen, Fragestellungen und Problemen zusammen zu bringen.
„Tag 5: Voller Leben“ weiterlesenTag 4: Hoffnungsgärten
In Beckum war ich in den vergangenen Jahren für den Ev. Friedhof zuständig. Die Friedens-Kirchengemeinde hat keinen eigenen Friedhof, aber die Friedhofsituation hat mich natürlich dennoch interessiert. Es wird nicht ausbleiben, dass ich irgendwann Menschen hier auf einem schweren Gang begleiten werde. Es gibt in Angelmodde und Gremmendorf zwei Städtische Friedhöfe, an der Homannstraße und „Am Hohen Ufer“. Passend zum trüben und regnerischen Wetter habe ich mich heute dorthin auf den Weg gemacht.
„Tag 4: Hoffnungsgärten“ weiterlesenTag 3: Ein wirres Knäuel
Auf den ersten Blick ist eine Kirchengemeinde erstmal ein großes Durcheinander und wirres Knäuel von losen Fäden. Erst nach und nach erkennt man Strukturen und Zusammenhänge. Das kann auf den ersten Blick nicht gelingen. Es braucht notwendig Jahre, und noch nach Jahrzehnten wird man neue Elemente und Verknüpfungen erkennen.
„Tag 3: Ein wirres Knäuel“ weiterlesenTag 2: Wo passt welcher Schlüssel?
Vor einer verschlossenen Tür ein Haufen Schlüssel. Welcher Schlüssel passt? Und was erwartet mich hinter der Tür? Vor diese Fragen stellte die Installation „Key Spirit“ von Martin Walde, die ich mal im Marta in Herford gesehen habe. Daran musste ich heute denken, als ich im Pfarrhaus die zahlreichen Schlüssel ausprobiert habe, die ich mit der Wohnungsübergabe erhielt.
„Tag 2: Wo passt welcher Schlüssel?“ weiterlesenTag 1: Ökumenischer Auftakt
Pfingsten ist das Fest, an dem wir feiern, dass die christliche Gemeinde sprachfähig wurde: Grade noch verängstigte Jünger wagten sich aus ihren Verstecken und begannen darüber zu sprechen, was sie glauben und worauf sie hoffen. Pfingsten ist daher das passende Fest, um eine neue Pfarrstelle anzutreten. Seit heute bin ich Pfarrer in der Ev. Friedens-Kirchengemeinde Münster, in den Stadtbezirken Gremmendorf und Angelmodde.
„Tag 1: Ökumenischer Auftakt“ weiterlesenPerspektive in der Predigt
“Die Sprache der Predigt ist wie alles menschliche Sprechen radikal perspektivisch”, schreibt David Buttrick. Der Satz leuchtet zwar unmittelbar ein, aber in der homiletischen Literatur taucht die Frage nach der Perspektive kaum auf. Vielleicht liegt es daran, dass die Frage nach der Perspektive vor allem im Blick auf narrative und fiktionale Texte auf der Hand liegt. Doch wenn alles Sprechen perspektivisch ist, wie Buttrick behauptet, dann gilt das eben auch für die Predigt und dann wäre die Frage zu stellen, warum denn ein Nachdenken über die Perspektivität der Predigt sich lohnen könnte.
„Perspektive in der Predigt“ weiterlesenDie eigene Geschichte erzählen
„Erzähl uns deine Geschichte!“ – Diese einfache Aufforderung bringt Bobette Busters Storytelling-Ansatz auf den Punkt. Buster ist davon überzeugt, dass jede und jeder eine Geschichte zu erzählen hat. Das Problem ist nur, dass diese Geschichte oft überlagert ist von der Angst, zu viel von sich preiszugeben, seine Wunden zu zeigen oder zu meinen, dass man nichts interessantes zu erzählen hat. Deshalb wird die Geschichte dann künstlich aufbauscht mit Fakten und Details, die keinen interessieren. Die „Story hinter der Story“ (S. 65 ff) freizulegen, und die eigene Geschichte so zu erzählen, dass die Welt zuhört – darum geht es in „Story“.
„Die eigene Geschichte erzählen“ weiterlesen