Schema

Die Entwicklung von Schemata ist ein klassisches Kreativitätsverfahren, das von vielen Schriftstellern angewendet wurde und wird. Im Grunde sind alle Formen der Darstellung von Begriffszusammenhängen Schemata. Oft bedient man sich dabei organischer (Baum) oder logischer Formen (logisches/semantisches Viereck).
Mithilfe von Schemata lassen sich sehr einfach verschiedene Bedeutungsvarianten von Wortkombinationen übersichtlich darstellen und durchspielen. Schemata haben eine hohe suggestive Kraft – darin steckt eine Gefahr v.a. bei theoretischen Überlegungen: Was zum Erfassen von Wirklichkeit beitragen soll, wird plötzlich selbst für wirklich gehalten: Das Denken wird schematisch.
Auf der anderen Seite hilft ein Schema, zunächst einmal sich selbst und dann durch das Schema auch anderen einen komplizierten Sachverhalt zu vermitteln.

Précis

Ein Text wird auf einen bestimmten, eindeutig definierten Umfang reduziert (z.B. von 300 auf 30 Wörter) – wobei natürlich die Kernaussage erhalten bleiben soll.

Prämissen/Leitidee verändern

Sachtexte beruhen ebenso wie erzählende Texte auf bestimmten Vorannahmen – „Was wäre, wenn …“  – nur in den seltensten Fällen werden diese Vorannahmen ausgesprochen. Indem ein Text mit einer kontrastierenden Vorannahme verbunden wird, kann eine Auseinandersetzung mit solchen Vorannahmen möglich werden. Beispielsweise kann eine Wundergeschichte unter der Prämisse neu erzählt werden, dass es keine Wunder gibt.
Eine anspruchsvollere Aufgabe ist, zunächst die (impliziten oder expliziten) Vorannahmen eines Textes zu erarbeiten, sie dann zu verändern und den Text unter den veränderten Bedingungen neu zu schreiben.

Perspektivwechsel

Eine Geschichte wird aus einer anderen Perspektive neu erzählt. Zum Beispiel kann eine Wundergeschichte von der dritten in die erste Person umgesetzt und aus der Sicht des Geheilten oder eines Jüngers werden. Oder ein Psalm von der ersten in die dritte Person umgeschrieben werden. Im ersten Fall könnte es darum gehen, die Ich-Erzählung um einen inneren Monolog zu erweitern, im zweiten Fall darum, den Psalmbeter und die Situation in der er sich befindet, zu beschreiben.
Anspruchsvoller ist die Aufgabe, eine neue Person dazu zu erfinden, die von dem Ereignis berichtet, statt einer Person Gegenstände erzählen zu lassen (z.B. die Krippe in der Weihnachtsgeschichte, der Stock des Mose oder die Trage, auf der der Gelähmte zu Jesus gebracht wird) oder eine Geschichte aus der Sicht einer Randperson oder eines Gegners zu erzählen. Der Perspektivwechsel gehört zu den wichtigsten Methoden in der narrativen Predigt.

Interview schreiben

Durch ein fingiertes Interview mit dem Verfasser eines Textes oder einer Person aus einer Geschichte kann man sich stärker in den Schreibanlass, die Situation und die handelnden Personen hineindenken. Dem kann eine Phase der Textarbeit mit einer Mindmap vorausgehen. Interviews sind zudem eine Möglichkeit, Sachtexte zu bearbeiten, in ein Sachtext in eine Interviewform gebracht wird.

Was wäre, wenn …

Die „Was wäre, wenn …“-Methode ist eine Grundmethode des erzählenden kreativen Schreibens – freilich ist sie auch eine Grundmethode der Produktion von Sachtexten und Essays, aber das ist eine anspruchsvollere Aufgabe, die durch den Entwurf von Erzählungen methodisch eingeübt werden kann. Das Bindeglied zwischen beidem ist das sog. Gedankenexperiment. Eine einfache Form von „Was wäre, wenn …“-Überlegungen ist das Durchspielen von Handlungsalternativen.

Handlungssequenzen

Die Handlungssequenzen einer Erzählung werden als Kette von Ereignissen dargestellt. Zu jedem Kettenglied soll eine mögliche alternative Handlungssequenz notiert werden. Die Methode geht zurück auf die linguistische Handlungssequenzanalyse. Sie kann fortgesetzt werden mit der Methode „Was wäre, wenn …“, indem an einem Punkt ein alternativer Handlungsstrang entwickelt wird (vgl. Fortsetzung schreiben)

Fortsetzung schreiben

Was geschieht eigentlich mit den Menschen, über deren Heilung in den Wundergeschichten berichtet wird? Was erlebte der Psalmdichter, nachdem er seinen Psalm verfasst hat? Das sind zwei Möglichkeiten, einen biblischen Text fortzusetzen. Sie stehen eher am Ende einer Texterarbeitung. Am Anfang steht dagegen die Fortsetzung einer Wundergeschichte, die nicht zuende erzählt wird: Der Blinde ruft nach Jesus – was passiert? Was würde unter bestimmten Bedingungen passieren?
Interessant ist diese Methode nicht nur für den Unterricht, wenn z.B. KonfirmandInnen die Geschichte noch nicht kennen. Auch wer eine Geschichte bereits kennt, kann ab einem beliebigen Zeitpunkt eine Fortsetzung schreiben. In beiden Fällen bietet es sich an, im Anschluss die eigenen Variante mit der biblischen Erzählung zu vergleichen.

Der Heilige Bogen

Der „heilige Bogen“ geht auf ein Spiel des Kabarettisten Hans Scheibner zurück: Aus spontanen Zurufen entwickelte der Kabarettist auf der Bühne eine Art Kurzpredigt, indem er sich von den absonderlichsten Dingen zu kirchlich-frommen Aussagen hinüber wand.
Selbstgestellte Aufgaben können sein, einen beliebigen Zeitungstext mit einem biblischen Vers oder einer Geschichte in Verbindung zu bringen. Hervorragend eignen sich dazu auch die Karten aus dem Spiel „Das Buch & Das Leben“ (aus dem Spieleverlag Spieltrieb).